Am Abend des 16. April bot sich die Gelegenheit die
Zusammenkunft der schmalen Mondsichel und Venus zu beobachten. Merkur
konnte ich an diesem Abend nicht mehr sehen. Tief im Westen
zogen einige Cirren durch und es war auch recht diesig am
Horizont. Was mir sofort nach dem Sonnenuntergang aufgefallen gewesen
ist war dieses sonderbare Licht. Bis hoch, ca. 20° über dem
Horizont, zur schmalen Mondsichel war ein leichter
Schimmer von rötlich, violetter Farbe zu sehen. Was mir auch noch
sofort aufgefallen war, keine Flugzeuge, nicht ein einziges. Es war
zwischen 20:00 und 21:00 Uhr, um diese Zeit
sind an meinem Beobachtungsort immer mehrere Flugzeuge gleichzeitig am
Himmel zu sehen, an diesem Abend Null und Nichts.
Nun, diese Phänomene hingen einzig und allein vom Vulkanausbruch
in Island ab. Am 14. April 2010 ist der Vulkan am Eyjafjallajökull-Gletscher binnen vier Wochen zum zweiten Mal ausgebrochen.
Die riesige Aschewolke welche dabei entstand zog,
begünstigt durch die Tief- und Hochdruckgebiete, über England,
Dänemark, Polen nach Deutschland. Dies hatte zufolge, dass in fast ganz
Europa der Flugverkehr zum Teil völlig
eingestellt wurde. Das Risiko, dass Vulkanasche die Triebwerke
verunreinigen könne und diese dadurch ausfallen könnten war den
Verantwortlichen zu hoch. Um kein Menschenleben zu riskieren wurde diese Maßnahme ergriffen.
Die sonderbare Farbe bei Sonnenauf- wie Untergängen wird
ebenfalls durch dichte Vulkanasche in den höheren Luftschichten
hervorgerufen, man spricht dann auch von einem Purpurlicht. Von den
feinen Asche- beziehungsweise Staubpartikel wird das
einfallende Sonnenlicht gestreut welches schließlich diese Farben
entstehen lässt. Auch nach großen Waldbränden oder im Dunst
verschmutzter Großstädte sind solche Phänomene immer wieder zu beobachten.
Nur auf dem Bild ist Merkur zu finden. Visuell war Merkur nicht zu sehen.