| Marsbedeckung durch den Mond am 24.12.2007: |
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Nun sollte es soweit sein, die Bedeckung
des Mars vom Mond. Im Jahr der Bedeckungen, immerhin gab es 2007 schon zwei
Saturnbedeckungen und eine
Venusbedeckung, fehlte noch die Marsbedeckung. Ich hatte das Glück und konnte alle vorangegangenen Bedeckungen beobachten und fotografieren. Doch musste ich immer wieder um gutes Wetter Bangen, auch so an diesem denkwürdigen Tag geschehen. Alle Planungen zur einer erfolgreichen Beobachtung standen erneut auf wackligen Beinen. Die Tage zuvor hatten wir herrlichstes Hochdruckwetter bei Temperaturen um die -8° C und die Sicht zum Firmament wurde weder von Wolken noch von Nebel getrübt. Das sollte sich jedoch in den Stunden vor dem Ereignis dramatisch ändern. Am Nachmittag des 23.12. wurden da wie schon so oft ausgiebig Wetterkarten und Satellitenbilder analysiert. Demnach konnte nicht von optimalen Bedingungen ausgegangen werden. Für den Ort der Beobachtung hatte ich mich für die Wasserkuppe in der Rhön entschieden, da die Marsbedeckung von Würzburg aus nicht als Bedeckung beobachtet werden konnte. Mit knapp 1000 m Höhe ist die Wasserkuppe ein von uns aus schnell zu erreichender Ort. Hier konnte ich auch am Vortag anhand der WebCams sehen, dass der Nebel die Sicht noch nicht versperrte. Dies verschlechterte sich aber binnen weniger Stunden vor der Bedeckung. Wie auf den folgenden Bilder zu sehen ist, verschlechterte sich das Wetter am Nachmittag des 23. zusehends und ich dachte nicht im Traum an ein gutes Gelingen. Während ich
am heimischen PC die aktuelle Wetterlage im Auge behielt, richtete sich mein
Blick stündlich aus dem Fenster. Gegen ca. 21:30 Uhr lichtete sich
hier der Nebel in Uengershausen und die Sicht war für kurze Zeit frei auf Mond und Mars. Ich nutzte sogleich die Gelegenheit und fotografierte die Annäherung vom Mond an Mars.
Aufgenommen mit
der Canon 350d, Sigma 18/200 bei 200 mm. Komposit aus zwei Aufnahmen, 1x 1/20,
1x 1/250 sec. bei ISO 1600
Dies war der Augenblick
an dem ich fest entschlossen war, egal wie die Wetterprognosen ausfallen würden,
auf jeden Fall mich auf den Weg in die Rhön zu machen.
Laut Guide sollte die Bedeckung auf der Wasserkuppe um 04:53 Uhr beginnen, so nutzte ich die nur noch wenigen Stunden und ich gönnte mir noch eine Mütze voll Schlaf. So rappelte auch schon kurz nach dem ich eingeschlafen war der Wecker. Schließlich saß ich nach kurzer Aufwachphase um 2:00 Uhr im voll beladenen Auto. Die Fahrt führte auf der A 7 teilweise durch sehr dichten Nebel, erst ab der Ausfahrt Bad Kissingen lugte der Mond ab und wann durch die Nebeldecke. An der Ausfahrt Wildflecken hingegen leuchtete der Mond fast ohne Nebelbedeckung, nur einzelne Fetzen zogen über unserem Trabanten hinweg. Vorbei an Wildflecken führte mich die Fahrt weiter durch Gersfeld, bis ich schließlich nach einer gut einstündigen Fahrt die Wasserkuppe erreichte. Doch hier oben wurde mein Blick durch dichtem Nebel getrübt. Ohne lang zu überlegen fuhr ich gleich weiter und probierte mein Glück am nahegelegenen Kreuzberg. Aber auch hier versperrte die Nebeldecke die Sicht. Am Fuße des Kreuzberg bemerkte ich aber, dass alle höhergelegenen Kuppen in dichten Nebel lagen. Der Blick Richtung Westen hingegen zeigte deutlich eine Abgrenzung der Nebelschicht, dies war ungefähr die Stelle wo ich freie Sicht hatte. Also beschloss ich kurzer Hand an die Ausfahrt der A 7, Wildflecken zurückzufahren. Mittlerweile war es schon kurz nach 4:00 Uhr als ich meinen endgültigen Beobachtungspunkt erreichte. Hier Nähe der Autobahnausfahrt fand ich einen befestigten Weg den ich ca 200 m ins Feld folgte und ich dort meine Ausrüstung aufbaute. Zum Einsatz kamen wie schon so oft die Montierung GP-E auf dem ein 150/750 Newton und ein ED 80/600 saßen. Am Newton wurde die WebCam ToU ProII angebracht und am ED kam die Canon 350d zum Einsatz. Die Stromversorgung erledigte ein 12V Akkupack für die Monti und die Autobatterie übernahm mittels Wechselrichter die Versorgung für das Notebook. Leider zogen jetzt auch hier immer dichtere Nebelschwaden durch das Gesichtsfeld. So konnte die WebCam auch nicht optimal auf Mond oder Mars eingestellt werden. Die Zeit zum ersten Kontakt rückte auch immer näher und so wurde ich auch zunehmend nervös. Manchmal wirkte der Nebel wie ein Filter und der jetzt schon sehr nahe beim Mond stehende Mars konnte ohne überbelichtung durch den Mond schön gesehen und aufgenommen werden. Schließlich kam es dann um ca. 4:55 Uhr zum ersten Kontakt. (Alle Zeiten mittels Guide8 rekonstruiert) Ohne sich von der Dramatik beeindrucken zu lassen, setzte sich die Himmelsmechanik fort und die Maschinerie verrichtete seine Arbeit. Ich ließ mich auch nicht weiter von den vorbeiziehenden Nebelschweden stören und betrachtete das Schauspiel am Monitor. Während den Aufnahmen nahm ich auch immer mal den Feldstecher zur visuellen Beobachtung, was mich aber nicht wirklich glücklich stimmte.
Mond ganz nahe beim Mars ca.
04:52:30 Uhr
Kurz vor dem 1. Kontakt ca.
04:54:00 Uhr
1. Kontakt ca. 04:55:30 Uhr Maximum der Bedeckung an diesem Ort ca. 04:49:28 Uhr
Langsam gibt der Mond den Mars wieder frei, ca. 05:01:00 Uhr Kurz nach dem 2. Kontakt, 05:03:20 Uhr
Ende
der streifenden Bedeckung, ca. 05:04:3ß Uhr
Dafür, dass die Bedingungen sehr
miserabel waren, bin ich mit den Aufnahmen mehr oder weniger zufrieden. An
diesem Tag zu dieser Stunde war einfach nicht mehr
drin. Der Weg in die Rhön war daher nicht ganz umsonst wie ich finde und mit einer gewissen Freude über das gesehene trat ich die Rückfahrt an.
frozen night
Aufnahmen mit der
Canon 350d
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